Das zweite Containerdorf wird belegt

16-06-05 Kleiderkammer

Es herrscht eine gelöste und entspannte Atmosphäre am Donnerstagabend im neuen Containerdorf im Neckartal. Eben kamen die 57 Neuankömmlinge aus Gambia mit dem Bus aus der Landeserstaufnahmestelle Heidelberg in Wernau an. Alle müssen, bevor sie zu dritt ihre Container beziehen können, von den MitarbeiterInnen des Landratsamtes Esslingen registriert werden. Zum Glück regnet es im Moment nicht, sodass sie beim Warten nicht nass werden. Da die Flüchtlinge erst am Abend in Wernau ankommen, können sie ihre Schecks, die sie vom Landratsamt zugeteilt bekommen, nicht mehr bei der Kreissparkasse einlösen und erhalten deshalb ein kleines Lebensmittelpaket fürs Abendessen zusammen mit den Hygieneartikeln und den Handtüchern, die Mitglieder des Freundeskreises zusammengestellt haben. Auch eine Infomappe erhält jeder Flüchtling. Die Infomappen enthalten nützliche Tipps zu Wernau, daneben auch Informationen zu unseren Grundrechten oder auch ganz praktische Regeln, so zum Beispiel Informationen zur Mülltrennung oder wie man sich im Freibad verhält. Am Freitagmorgen kann man viele der Neuankömmlinge in Wernau sehen. Bei Sonnenschein schlendern sie die Kirchheimer Straße entlang und erkunden die Stadt.

Am Nachittag hat erstmals die Kleiderkammer für sie geöffnet. Um den Andrang steuern zu können und den Neuankömmlingen die Möglichkeit zu geben, in entspannter Atmosphäre nach passenden Größen zu suchen, werden am Wochenende insgesamt 3 zusätzliche Öffnungstermine angeboten. Neben der Suche nach Kleidung erhalten die jungen Männer weitere Informationen. Bei einer Tasse Kaffee ergeben sich erste Gespräche, und Fragen können gestellt werden. Eine große Unterstützung sind auch die Helfer Gibril, Waleed und Yazan, alle drei schon länger in Wernau, die viel erklären, übersetzen und den Neuen bei der Suche nach den richtigen Hosen und passenden Größen helfen. Auch andere Flüchtlinge, die schon seit längerer Zeit in Wernau wohnen, haben sich bereit erklärt, den Neuankömmlingen bei Fragen, Arztbesuchen oder Behördengängen unter die Arme zu greifen und sie zu unterstützen.

Etwa 40 der Neuankömmlinge nutzen das Angebot der Kleiderkammer. Dies bedeutet, dass nach diesem Wochenende gähnende Leere in den Schuhregalen herrscht und auch Nachschub an Hosen und Shirts benötigt wird.