Eine wahre Geschichte

Arif (Name wurde geändert) aus Syrien, lebt seit April 2015 in Wernau. Nach vielen vergeblichen Versuchen, auf legalem Weg nach Deutschland reisen zu können und so dem Krieg in Syrien zu entkommen und seine Familie in Sicherheit zu bringen, entschloss er sich im Dezember 2014 zur Flucht, alleine, ohne Frau und Tochter. Er war fast 3 Monate unterwegs und entging auf seiner Flucht nur knapp dem Tode. Mittlerweile ist seine Familie ebenfalls in Wernau angekommen. Das neue Leben hat begonnen. Folgendes Interview haben wir mit ihm geführt:

Was vermisst du in Deutschland am meisten?
Am meisten vermisse ich meine Heimat, meine Mutter, meine Geschwister. Sie leben alle noch in Syrien, in Homs und Umgebung. Ich habe Angst um sie alle. Mein Vater ist bereits vor einigen Jahren gestorben. Ihn vermisse ich auch sehr, wir hatten ein sehr gutes Verhältnis und ich habe viel von ihm gelernt. Weiterlesen „Eine wahre Geschichte“

Zum Jahresende ein herzliches Dankeschön

Nach wie vor kümmert sich das Fahrradteam darum, die Wernauer Flüchtlinge mit Fahrrädern zu versorgen und mit ihnen gemeinsam Reparaturarbeiten durchzuführen. Rund 15 ehrenamtliche Sprachvermittler/innen geben Woche für Woche Deutschunterricht. Es ist eine ständige Herausforderung, die Unterrichtsstunden für die ehrenamtlichen Deutschkurse zu organisieren. Sobald ein Flüchtling einen Integrationskurs besuchen darf, Weiterlesen „Zum Jahresende ein herzliches Dankeschön“

Solidaritätsveranstaltung mit gambischen Geflüchteten

Auf großen Plakaten, die von den gambischen Flüchtlingen, die im Wernauer Containerdorf leben, gestaltet worden waren, konnten sich die Wernauer/innen am 6. Dezember vor dem Wernauer Quadrium über die Fluchtgründe der Gambier, über die politische Situation in Gambia und die Asylchancen in Deutschland informieren. Bei Fackelschein und mit Trommelmusik wollten die Flüchtlinge ein Zeichen setzen gegen die in Gambia herrschende Diktatur und dagegen, dass sie trotz der Todesdrohungen durch den gambischen Diktator und seinen Geheimdienst nur eine verschwindend geringe Aussicht haben, in Deutschland als Flüchtlinge anerkannt zu werden.

2016-12-06-Quadrium Weiterlesen „Solidaritätsveranstaltung mit gambischen Geflüchteten“

Jetzt auch bei uns

Ein junger Deutscher, mit dem Fahrrad auf dem Gehweg unterwegs, schreit im vorbei fahren „Scheiß Asylanten“.
Fußballer verlassen eine Kneipe, weil ihre Mannschaftskameraden nach dem Training hier nichts zu trinken bekommen. Die Mannschaftskameraden sind Flüchtlinge.
Eine aufgebrachte Frau, die sich empört: „der hat mich angesprochen“,
sie konnte kein Englisch und hat den Gruß nicht verstanden.
Vorwürfe wegen angeblicher Belästigungen in einem Fitnessstudio,
auf Nachfragen kann nicht einmal die betroffene Frau ausgemacht werden.
Und jetzt ein anonymer Aufruf, eine geplante Anschlussunterbringung zu verhindern, in einem Wohngebiet (500 Einwohner groß) sollen 24 anerkannte Flüchtlinge wohnen. Das macht Angst. Weiterlesen „Jetzt auch bei uns“

Gambia, ein sicheres Herkunftsland?

Derzeit diskutiert der baden-württembergische Innenminister, ob Gambia zu einem sicheren Herkunftsland erklärt werden soll.
Was ist ein sicheres Herkunftsland?
Keine Verfolgung, keine Folter oder unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Bestrafung, keine Androhung von Gewalt, kein bewaffneter Konflikt sind die Kriterien für die Einstufung, wie der EU-Liste der sicheren Herkunftsländer entnommen werden kann. Ist ein Land als sicheres Herkunftsland bezeichnet, so gibt es für Flüchtlinge kaum eine Möglichkeit, in Deutschland Asyl zu erhalten.

Treffen diese Kriterien für sichere Herkunftsländer auf Gambia zu? Warum hat Gambia als kleinstes Land des afrikanischen Festlandes die höchste Emigrationsquote? Sind alle Gambier, die ihr Land verlassen, nur auf der Suche nach einem besseren Leben, oder gibt es andere Gründe, warum sie ihr Land, ihre Familien, ihre Heimat verlassen? Weiterlesen „Gambia, ein sicheres Herkunftsland?“

Tag der Menschenrechte

Der Tag der Menschenrechte wird am 10. Dezember gefeiert und ist der Gedenktag zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die am 10. Dezember 1948 durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet wurde. Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International nehmen diesen Tag jedes Jahr zum Anlass, die Menschenrechtssituation weltweit kritisch zu betrachten und auf aktuelle Brennpunkte hinzuweisen. Das Europäische Parlament verleiht an diesem Tag jährlich den Sacharow-Preis, die Organisation Reporter ohne Grenzen ihren Menschenrechtspreis. Jedes Jahr am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels, wird in Oslo (Norwegen) der Friedensnobelpreis verliehen.
Am 1. Dezember finden in Gambia Präsidentschaftswahlen statt. Deshalb hat der Gambia-Helferkreis aus Breisach eine Aktionswoche ins Leben gerufen. In diesem Zusammenhang und vor dem Hintergrund der aktuellen Situation in Gambia wollen wir vom Freundeskreis Wernau am 6. Dezember von 17 – 19 Uhr vor dem Quadrium in Wernau auf die Menschenrechtsverletzungen in Gambia, auf die Fluchtgründe, die Fluchtwege und die Situation der gambischen Flüchtlinge in Deutschland aufmerksam machen. Auch andere Asyl- oder Freundeskreise der Gegend machen bei diesen Aktionen mit. In Kürze werden wir Ihnen an dieser Stelle deren Termine ebenfalls bekannt geben.

Gitarre trifft Rap – Konzert im CaféCult

Am Samstag spielte zur Begeisterung vieler Wernauerinnen und Wernauer das Duo Trenchcole im CaféCult. Als Special Guest trat diesmal der junge Deutsch-Rapper ANGR aus Esslingen auf. Er erzählt in seinen Liedern vom steinigen Weg, ein bekannter Musiker zu werden und hinterfragt in seinen Songs die ungerechte Verteilung des Wohlstands. Es ist ihm wichtig, seinen Zuhörern Mut zu machen, sich nicht mit Missständen abzufinden, sondern gemeinsam für mehr Gerechtigkeit in unserer Welt zu kämpfen. Der Refrain eines seiner Lieder gibt seine Ansichten treffend wieder:

Sag mir, warum ist diese Welt wie sie ist.
Warum gibt es keinen Respekt?
Jeder denkt nur an sich.
Warum gibt´s nur Arm und Reich?
Warum hungern die Menschen?
Es ist genug für alle da,
lasst uns das beenden.

16-10-17 Konzert

Allen Besucherinnen und Besuchern gefielen die beiden völlig unterschiedlichen Musikstile sehr gut, und sie wurden von den den Musikern mit Zugaben für ihren tosenden Applaus belohnt.

Wir vom Freundeskreis möchten uns bei den Musikern für ihre „ehrenamtlichen“ Auftritte bedanken. Die Vielseitigkeit der Musikstile spiegelt gut die Zusammensetzung des Freundeskreises Flüchtlinge in Wernau wider. Bei uns engagieren sich Wernauer und Flüchtlinge aus vielen Länder, Schüler, Auszubildende, Arbeiter, Angestellte und Rentner. Uns eint das Interesse an unseren Mitmenschen, egal woher diese auch kommen mögen, und uns eint die Zuversicht, hier bei uns in Wernau auch in Zukunft eine Willkommenskultur für unsere Neuwernauer aufrecht erhalten zu können.

 

Arbeitssuche – eine große Herausforderung, eine kleine Erfolgsgeschichte

Um ihre Zukunft gestalten und sich selbst versorgen zu können, suchen viele unserer Flüchtlinge in Wernau eine Arbeitsstelle. Dies ist nicht ganz einfach, gilt es doch zuerst, Deutsch zu lernen und so überhaupt für eine Anstellung in Betracht zu kommen. Zudem sind die meisten Berufe in ihren Herkunftsländern, anders als in Deutschland, keine Ausbildungsberufe. Daher fehlen den Männern Nachweise über ihr Können und ihre Fähigkeiten. Diejenigen, die in ihrem Heimatland ein Studium absolviert haben, benötigen für ihr berufliches Fortkommen in Deutschland hervorragende Sprachkenntnisse.
Trotz der Hürden haben wir in Wernau eine kleine Erfolgsgeschichte zu vermelden: Zwei junge Männer aus Gambia haben mittlerweile einen Arbeitsplatz als Fliesenleger und als Stuckateur gefunden. Ein Flüchtling ist bei einem Gebäudereinigungsbetrieb in Vollzeit angestellt, einer in einem Malergeschäft. 4 Flüchtlinge aus Syrien, Gambia und Pakistan sind bei einer Wernauer Firma beschäftigt, 4 junge Männer aus Syrien, Pakistan und Afghanistan bei einem Echterdinger Bauunternehmer im Tunnelbau. Ein Esslinger Chemiebetrieb hat einen syrischen Chemiker eingestellt, eine andere Esslinger Firma einen jungen Mann aus Syrien als Auszubildenden. Ebenso finden sich mittlerweile 5 Bufdis (Bundesfreiwilligendienst) aus Gambia und Syrien unter unseren neuen Mitbürgern. 2 Bewerbungen sind derzeit noch am Laufen. Hinzu kommen diverse 450 €-Jobs und gemeinnützige Arbeiten bei EBI, Bauhof und Co. Ein Syrer, Fotograf und Künstler, konnte sich in Kirchheim selbstständig machen. Es ist schön zu sehen, dass einige Firmen den neuen Mitbürgern Arbeit oder Ausbildung ermöglichen. Sie setzen damit ein Zeichen der Solidarität, fördern die Vielfalt im eigenen Haus und tragen dazu bei, dass unsere Neuankömmlinge hier Fuß fassen und sich heimisch fühlen können.
Auch weiterhin suchen wir für Flüchtlinge mit Erfahrungen in unterschiedlichen Handwerksberufen, die auf der Suche nach Arbeit sind, nach möglichen Arbeitsstellen. Bitte melden Sie sich bei uns, wenn Sie Ihre Mannschaft verstärken wollen und einem der Flüchtlinge eine Chance geben wollen, bei Ihnen zu arbeiten. Vielleicht sind Sie überrascht, welche Talente in ihm schlummern. Gerne unterstützen wir Sie bei der Erledigung der Formalitäten. Kontaktperson ist Kirsten Chudoba, Tel. 0170-4736624.

Benefizkonzert mit dem Duo Trenchcole

Lang anhaltenden Applaus erhalten die beiden Künstler Jürgen Durst und Jürgen Binz von Trenchcole am Ende ihrer Vorstellung. Im fast voll besetzten Schlosskeller in Wernau spielen die beiden am Freitagabend anlässlich des 70. Geburtstags des 2007 verstorbenen Liedermachers Georg Danzer einen Querschnitt durch dessen Repertoire: Lieder zum Nachdenken. Lieder, die heute aufgrund der Flüchtlingsproblematik und der Situation vor allem im Osten Deutschlands und in den osteuropäischen Nachbarstaaten betroffen machen. Seine Lieder haben auch Jahrzehnte nach ihrer Entstehung nicht an Aktualität verloren. Auch lustige Lieder und Liebeslieder gehören zum abendlichen Programm.

16-10-11 PM WAZ Foto Trenchcole

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Warum Menschen ihre Heimat verlassen

„Du kommsch hier a, deine Füß tun weh,

2.000 km, i möcht euch mal seha,
mit’m Schiff und am Zug,
niemals z’essa gnug,
do wo du herkommsch war Lug und Trug.

Und sie verfolget und schießet
und sie tötet nur,
i wär d’rvo genau wie du,
i hätt’s gmacht genau wie du.

Refrain: und jetz sitzsch in der Turnhall,
hosch a Bett und koin Stuhl,
300 Leut und koin Meter dei Ruh.
Draußa stehet Leut und sie rufet blend:
Mir hen hier koin Platz für die,
noi, mir hen hier koin Platz für die.“ (Desduo)

Gänsehaut macht sich im Foyer der Stadthalle breit, als die Gruppe Desduo mit dem Lied „Turnhall“ die Vernissage für die Ausstellung „Warum Menschen ihre Heimat verlassen“ eröffnen. Etwa 50 Wernauerinnen und Wernauer sind ins obere Foyer der Wernauer Stadthalle im Quadrium gekommen, um sich über das Projekt von Herrn Melchior Landolt vom Verein Terra Verde und die Möglichkeiten zur Bekämpfung von Fluchtursachen zu informieren.

 

Foto 2  Terra-verde

Foto 5

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